Fotoprojekte



Das ProjektUNSICHTBARES SEHEN

Die Foto-Serie ‚UNSICHTBARES SEHEN‘ zeigt unbearbeitete, digitale Fotos ausgewählter Räume. Bei der vorliegenden Serie sind die Aufnahmen in einer Fabrikhalle entstanden. Das Projekt startete 2013 im Zulieferbetrieb von Mercedes Benz des Martinshofes Bremen.


Das ProjektSORTIERTES SEHEN

Mit dem Hintergrund meiner Arbeit als ungegenständliche Malerin habe ich mich in jüngster Vergangenheit mit den Möglichkeiten digitaler Kunst beschäftigt und ein Projekt mit Namen “SORTIERTES SEHEN“ entwickelt. Ziel dieses Projektes ist es, so wie auch bei meiner Malerei, eine Untersuchung visueller Gegebenheiten der Gegenstandswelt durchzuführen.

Hier ein Auszug aus einer kunstwissenschaftliche Publikation, die sich mit digitalen Forschungsansätzen und daher auch mit der Abgrenzung zwischen künstlerischem und wissenschaftlichem Umgang mit digital gewonnen Daten beschäftigt:

"Die Arbeiten [...] Ulrike Brockmanns [sind] aus der Tradition ungegenständlicher Malerei heraus zu verstehen. Es sind nicht die Gegenstände selbst, die Brockmann interessieren, sondern deren Farben, die sie losgelöst zu betrachten sucht. In ihrem jüngsten Fotoprojekt Sortiertes Sehen (2014) untersucht sie die Gegenstandswelt, indem sie die Farbwerte gegenständlicher Digitalfotografien mittels einer eigens für diesen Zweck erstellten Software der Menge nach sortiert und ihrer Quantität entsprechend in Streifen anordnet. Was bleibt, ist pure Farbe. [...] die Granularität [zählt] zu den wenigen ästhetischen Entscheidungen, welche die Künstlerin sich erlaubt. Neben der Wahl des Ursprungsbildes und der Möglichkeit, das Ergebnis der Sortierung zu verwerfen, sind dies zwei Varianten der Einflussnahme: Die eine Variante besteht darin, beispielsweise nur die zehn am häufigsten im Ursprungsbild vorkommenden Farbtöne zu berücksichtigen, das heißt, die Anzahl der Streifen festzulegen. Der andere Weg, um die Anzahl der Streifen zu verringern, besteht hingegen darin, die Farbtiefe des Ursprungsbildes zu reduzieren. In beiden Fällen der Einflussnahme geht es um Reduktion, nicht um Manipulation in dem Sinne, dass beispielsweise bestimmte Farbtöne zur Auswahl kämen. Auch in der Wissenschaft ist die Reduktion von Komplexität ein probates Mittel, um den Blick zu fokussieren: Es macht einen Unterschied, ob man nach den zehn, zwanzig oder gar hundert häufigsten Farbtönen in einem Bild fragt oder das gesamte Farbspektrum eines Bildes in den Blick nimmt.“ 


Auszug aus Celia Krause und Ruth Reiche: Ein Bild sagt mehr als tausend Pixel?, vwh-Verlag (erscheint im Februar 2015)


Das Projekt „SORTIERTES SEHEN“ ist in Kooperation mit meinem Bruder, dem Komplexitätsforscher, Prof. Dr. Dirk Brockmann entstanden, der das Computerprogramm dafür entwickelt hat.